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Profi Innenausbau Hamburg
Verschiedene Trockenbauplatten gestapelt: Gipskarton, grüne Feuchtraumplatte und rosa Brandschutzplatte
Ratgeber

Trockenbauplatten im Vergleich: Gipskarton, Gipsfaser, Feuchtraum- und Brandschutzplatten

Trockenbauplatten im Vergleich: GKB, GKBI, GKF und Gipsfaser im Unterschied, mit Dicken, Einsatzbereichen und Preisen pro Quadratmeter, Stand 2026.

26. September 2026 · 7 Minuten Lesezeit · Timo Brandt

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Welche Trockenbauplatten gibt es und wofür eignen sie sich?

Im Trockenbau kommen im Kern vier Plattenarten zum Einsatz: Gipskarton als Standardplatte (GKB), imprägnierte Feuchtraumplatten (GKBI), Feuerschutzplatten mit verstärktem Kern (GKF) und Gipsfaserplatten wie Fermacell. Dazu kommen Zementplatten für Nassbereiche und Fassaden. Die Wahl entscheidet über Feuchteschutz, Brandschutz und Tragfähigkeit einer Wand oder Decke.

Alle vier Typen bestehen aus Gips, unterscheiden sich aber in Kern, Ummantelung und Zusatzstoffen. Für die meisten Wohnräume reicht Standard-Gipskarton. Sobald Feuchtigkeit, Brandschutz oder hohe Lasten eine Rolle spielen, wird die Auswahl der richtigen Platte zur technischen Entscheidung und nicht mehr zur Geschmacksfrage.

Was unterscheidet GKB, GKBI und GKF?

Die drei Standardtypen der Gipskartonplatte unterscheiden sich in Farbe, Kern und Einsatzbereich. Hersteller wie Knauf und Rigips kennzeichnen sie einheitlich: weiß für Standardplatten, grün für imprägnierte Feuchtraumplatten und rosa beziehungsweise rot für Feuerschutzplatten mit faserverstärktem Kern.

TypKennzeichnungKernHaupteinsatz
GKBWeiß, KartonummantelungGipskern ohne ZusatzTrockene Wohn- und Büroräume, Decken
GKBIGrün eingefärbtImprägnierter Gipskern, geringe WasseraufnahmeBäder und Küchen mit mäßiger Feuchtebelastung, kein Dauernassbereich
GKFRosa oder rotFaserverstärkter Gipskern, Rohdichte rund 800 kg/m³Wände und Decken mit Brandschutzanforderung, Flure, Treppenhäuser

GKBI reduziert nach Herstellerangabe Wasseraufnahme sowie Quellen und Schwinden der Platte und ist für Räume mit einer dauerhaften relativen Luftfeuchte bis 70 Prozent freigegeben. Für den direkten Spritzwasserbereich, etwa hinter der Dusche, reicht die Imprägnierung allein nicht aus, dort braucht es zusätzlich eine bauseitige Abdichtung oder eine Zementplatte.

GKF bringt durch Glasfasern im Kern eine deutlich höhere Feuerwiderstandsdauer. In Kombination mit dem passenden Wandaufbau lassen sich damit Feuerwiderstandsklassen bis EI 90 oder EI 120 erreichen, entscheidend ist dabei immer das geprüfte Gesamtsystem, nicht die einzelne Platte.

Manche Hersteller führen zusätzlich eine kombinierte Platte, die Feuchte- und Brandschutz in einem Produkt vereint, etwa als GKFI oder unter einem eigenen Markennamen wie Diamant. Diese Kombiplatten sind teurer als GKBI oder GKF allein, sparen dafür eine zweite Plattenlage in Räumen, die beide Anforderungen gleichzeitig erfüllen müssen, etwa ein fensterloses Gäste-WC im Treppenhausbereich. Für reine Nassbereiche wie eine bodengleiche Dusche reicht auch eine imprägnierte Platte nicht aus, dort kommen zusätzlich Zementplatten zum Einsatz, die vollständig wasserunempfindlich sind und eine tragfähige, formstabile Unterlage für die Abdichtung und die Fliesen bilden.

Wann lohnt sich Gipsfaser statt Gipskarton?

Gipsfaserplatten wie Fermacell bestehen aus Recyclingpapier und Gipsfasern, gepresst ohne zusätzliche Bindemittel. Dadurch entsteht eine homogene, kartonfreie Platte mit höherer Rohdichte und Stabilität als bei vergleichbar dicker Gipskartonplatte.

Der praktische Vorteil zeigt sich bei der Befestigung: Ein Hohlraumdübel hält in Gipsfaser nach Herstellerangabe bis zu 50 Kilogramm, in Gipskarton meist nur bis 30 Kilogramm. Für schwere Hängeschränke, Regalböden oder Fliesenbeläge im Trockenbau ist Gipsfaser deshalb oft die robustere Wahl. Auch Schallschutz und Brandverhalten fallen bei gleicher Dicke tendenziell besser aus. Der Nachteil liegt im Preis und im höheren Gewicht, das die Verarbeitung auf der Baustelle erschwert.

Welche Plattendicke braucht welche Anwendung?

Die Plattendicke bestimmt Tragfähigkeit, Schallschutz und Brandverhalten eines Aufbaus. Gängige Dicken sind 9,5, 12,5, 15, 18 und 25 Millimeter, wobei 12,5 Millimeter der mit Abstand am häufigsten verbaute Standard ist.

DickeTypischer Einsatz
9,5 mmGebogene Konstruktionen, Vorsatzschalen mit engem Radius, zweite Lage bei mehrlagigem Aufbau
12,5 mmStandardstärke für Wände und Decken, Einfach- und Doppelbeplankung
15 mmHöhere Anforderungen an Stabilität oder Brandschutz, oft bei GKF
18 mmSchwere Beplankung, hohe Punktlasten, Feuerschutzsysteme mit hoher Widerstandsklasse
25 mmSonderanwendungen, etwa einlagige Beplankung mit Deckenspannweiten ohne zusätzliche Lattung

Für eine normale, nichttragende Innenwand im Wohnbereich reichen 12,5 Millimeter GKB je Seite. Wird die Wand später gefliest oder muss sie höhere Lasten tragen, sind 15 oder 18 Millimeter beziehungsweise Gipsfaser die bessere Wahl. Details zum kompletten Wandaufbau mit Ständerwerk erklären wir im Artikel zum Aufbau einer Trockenbauwand.

Was kosten Trockenbauplatten pro Quadratmeter?

Reines Plattenmaterial kostet je nach Typ und Dicke zwischen 3 und 16 Euro pro Quadratmeter. Die Bandbreite ergibt sich aus Kern, Imprägnierung und Markenaufschlag, hinzu kommen Zuschnitt, Unterkonstruktion, Dämmung und Verarbeitung, die in der Praxis den größeren Teil der Gesamtkosten ausmachen.

PlattentypPreis Material je m², Erfahrungswert
GKB, 12,5 mm3 bis 6 Euro
GKBI, 12,5 mm5 bis 8 Euro
GKF, 12,5 bis 15 mm6 bis 10 Euro
Gipsfaser, 12,5 mm10 bis 16 Euro

Diese Spannen sind Erfahrungswerte aus unserer Beschaffung und schwanken je nach Baustoffhändler, Abnahmemenge und Marktlage. Zementplatten für Nassbereiche und Fassaden liegen meist noch darüber.

Beispielrechnung: Für eine 10 Quadratmeter große Trennwand mit einfacher Beplankung aus 12,5 Millimeter GKBI je Seite werden rund 20 Quadratmeter Plattenfläche benötigt. Bei 5 bis 8 Euro pro Quadratmeter Material ergeben sich 100 bis 160 Euro für die Platten. Ständerwerk, Dämmung, Schrauben, Spachtelmasse und Arbeitszeit kommen hinzu und machen den größeren Teil der Gesamtkosten aus, dazu mehr im Artikel zu den Kosten einer Trockenbauwand.

Wie unterscheidet sich die Verarbeitung der Plattentypen?

Gipskartonplatten lassen sich mit dem Cuttermesser anritzen und brechen, was die Verarbeitung schnell macht. Gipsfaserplatten sind homogen und müssen gesägt werden, dafür lassen sie sich mit der Klebefugentechnik stumpf verkleben, ohne dass später Risse an den Stößen entstehen. GKF-Platten sind durch den faserverstärkten Kern etwas schwerer zu schneiden als GKB, verhalten sich sonst aber ähnlich in der Verarbeitung. Bei allen Typen gilt: Schraubenabstand, Fugentechnik und die passende Unterkonstruktion entscheiden über das Endergebnis, unabhängig vom gewählten Plattentyp.

Ein weiterer Unterschied betrifft das Gewicht. Eine 12,5 Millimeter starke Gipsfaserplatte wiegt spürbar mehr als eine gleich dicke Gipskartonplatte, was die Montage über Kopf, etwa an der Decke, deutlich anstrengender macht und häufig eine zweite Person oder einen Plattenlifter erfordert. Wer viele Deckenflächen plankt, wählt deshalb oft bewusst die leichtere Gipskartonplatte und setzt Gipsfaser gezielt dort ein, wo die höhere Tragfähigkeit tatsächlich gebraucht wird.

Wie wir in Hamburg arbeiten

Bei jedem Trockenbauprojekt in Hamburg wählen wir die Plattentypen nach Raumnutzung, Statik und Brandschutzanforderung aus, nicht nach Katalogpreis. Für eine erste Einschätzung zu Ihrem Vorhaben nutzen Sie unseren Raumplaner oder schreiben uns direkt über die Kontaktseite. Mehr zu unseren Leistungen rund um Trockenbau finden Sie unter Trockenbau in Hamburg.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen GKB und GKBI?

GKB ist die weiße Standardplatte für trockene Innenräume. GKBI ist grün eingefärbt, imprägniert und nimmt weniger Feuchtigkeit auf. Sie eignet sich für Bäder und Küchen mit zeitweise hoher Luftfeuchte, aber nicht für den direkten Nassbereich.

Wann braucht man Gipsfaserplatten statt Gipskarton?

Gipsfaserplatten eignen sich, wenn hohe Tragfähigkeit gefragt ist, etwa für schwere Hängeschränke, Fliesen im Trockenbau oder Fußbodenaufbauten. Sie sind stabiler und robuster als Gipskarton, dafür teurer in der Anschaffung.

Welche Plattendicke braucht eine normale Trockenbauwand?

Für nichttragende Innenwände in Wohnräumen genügt in der Regel 12,5 Millimeter starkes GKB. Bei erhöhtem Brandschutz oder mehr Stabilität kommen 15 oder 18 Millimeter starke Platten zum Einsatz.

Was kostet eine Gipskartonplatte pro Quadratmeter?

Nach Erfahrungswert liegt reines Plattenmaterial für GKB bei 3 bis 6 Euro pro Quadratmeter, für GKBI bei 5 bis 8 Euro und für GKF bei 6 bis 10 Euro. Gipsfaserplatten kosten 10 bis 16 Euro pro Quadratmeter Material.

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